Die Absolventinnen und Absolventen der Studienrichtung Erneuerbare Energien erarbeiten nachhaltige Energiekonzepte für Unternehmen und Institutionen, die wirtschaftlich tragfähig und umweltfreundlich sind. Dabei werden sowohl Maßnahmen zur Energieeffizienz als auch die Nutzung erneuerbarer Energieressourcen berücksichtigt.

Die Besichtigung praxisnaher Beispiele ist für die Studenten im 6. Semester des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt „Erneuerbare Energien“ der Hochschule Harz interessant. Ein Bauvorhaben im Passivhausstandard anzuschauen, ist somit eine gute Möglichkeit den Praxisbezug der Studieninhalte darzustellen.  Quasi vor der Tür befindet sich das kurz vor der Fertigstellung befindliche Modellvorhaben Erneuerungsbau der Grundschule inkl. Hort "Am Regenstein" im Passivhausstandard in Blankenburg (Harz). Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des STARK III Programmes gefördert. Es entsteht dort aktuell ein dreigeschossiger, zweispanniger Kompaktbau, in dem Schule, Hort und Multifunktionsraum mit Ausgabeküche untergebracht werden. Die sehr gute Energiebilanz sowie die baulichen Besonderheiten galt es für die 12 Studenten aus Wernigerode zu untersuchen.

2015 05 Besichtigung Regensteinschule1So hat die 12-köpfige Studentengruppe von Dozentin Dr. Ute Urban auch im Hinblick auf die demnächst anstehende Bachelorarbeit Praxiswissen erworben. Neben der Ausführung in Passivhausbauweise wie beispielsweise Dreischeibenverglasung als Wärmeschutzverglasung  und eine durchgehende Wärmedämmung  der Gebäudehülle, auch im Bereich der Sohlplatte, hat das Gebäude weitere Besonderheiten, die nicht in jedem Lehrbuch stehen. Zwei aufwendig geplante und farblich unterschiedlich gestaltete Lichthöfe sorgen für Helligkeit im Inneren des Kompaktbaus, so Bastian Herbst von der für den Bau verantwortlichen ARGE Regensteinschule. Erik Hofmann von der ARGE Regensteinschule erläutert die beiden hocheffizienten Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Die über CO2 Sensoren zeitgesteuerte Anlagen bringen ausreichend Frischluft in das Gebäude. Eine weitere Besonderheit ist die Ausstattung mit Deckensegeln, die den Schall in den Klassenräumen der oberen Etagen absorbieren. Auf eine kompakte Decke wurde aufgrund der gewünschten möglichen Nachtauskühlung verzichtet, so Bastian Herbst. Aufgrund der großflächigen Fensterfronten ist die untypische Ausrichtung des Kompaktbaus mit der kurzen Seite nach Süden avisiert worden, da das Gebäude sich sonst zu stark erhitzen könnte. Insgesamt benötigt das Schulgebäude in dem zukünftig 200 Schüler unterrichtet werden, jährlich nur noch 30.000 kWh. Das entspricht dem Energieinhalt von 3000 l Öl oder dem Energiebedarf eines Einfamilienhauses im Bestand. Die Heizwärme des Gebäudes erfolgt über die Nutzung von Fernwärme. Um bei dem hier vorliegenden Nichtwohngebäude den Passivhausstandard einzuhalten, darf der Energiekennwert Heizwärme 15 kWh/(m²a) nicht überschritten werden. Die Anforderungen werden hier eingehalten.   

Eine spannende Besichtigung mit vielen Besonderheiten, so dass Dr. Ute Urban bereits die nächste Besichtigung mit dem kommenden 6. Semester plant und dann die Ergebnisse des ersten Nutzungsjahres vorliegen…

Foto: Erik Hofmann und Bastian Herbst von der ARGE Regensteinschule, Dr. Ute Urban von der Hochschule Harz (vorne von links), Studentengruppe im 6. Semester des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt „Erneuerbare Energien“ der Hochschule Harz (hinten) vor dem Gebäude der Grundschule „Am Regenstein“ in der Karl-Zerbst-Straße 29 in Blankenburg (Harz).

Ansprechpartnerin: Sina Glaser | Harz AG Initiative Wachstumsregion| Dornbergsweg 2 | 38855 Wernigerode | Tel.: 03943_935801 | Fax: 03943_935820 | E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!